Am Freitag, 26. August geht die September-Ausgabe der magaScene in die Verteilung!
Und das erwartet Euch im Heft:

Für diese Ausgabe mussten wir anbauen: 16 Seiten mehr als üblich, alle flossen in den Terminteil. Das klingt erstmal positiv, nach kulturellem Aufbruch, Veranstaltern mit Zuversicht, abwechslungsreichen Programmen, der Rückkehr zu einer Vor-Corona-Normalität. Ein Trugbild!!! Spreche ich in diesen Tagen mit Menschen aus dem Kulturbetrieb, beschleicht mich ein ungutes Gefühl. Durch die Bank wird mir von teilweise katastrophalen Vorverkaufszahlen berichtet. Zehn verkaufte Karten für einen Kabarett-Abend? Keine Seltenheit mehr. Eine im Jahr 2019 ausverkaufte Veranstaltung, die jetzt nachgeholt wird und Miese schreibt? Kein Wunder bei davonlaufenden Kosten für Material, Personal und Energie. Kürzlich berichtete mir sogar ein Musiker, er sei von einem Veranstalter gebeten worden, seinen eigenen Gig abzusagen, um der Location weitere Kosten zu ersparen.

Und dann landen sie in unserem Postfach, die Absagemails: von Corona und anderen Erkrankungen bis zur Panne des Tourbusses ist alles dabei. Und die „Absageritis“ macht auch vor großen Namen nicht halt, Beispiel Rage Aganist The Machine, die eigentlich am 3. September unsere EXPO Plaza rocken wollten. Hier die Absage der Band vom 11.8. im Originalwortlaut: „Per medical guidance, Zack de la Rocha has been advised that the August and September 2022 UK and European leg of the Rage Against The Machine tour cannot proceed. It is with great disappointment that we announce this cancellation. Rage Against The Machine will be finishing their run at Madison Square Garden on August 11, 12 & 14 and then Zack must return home for rest and rehabilitation. The flights, travel time, and rigorous schedule in the UK and Europe are simply too much of a risk for a complete recovery.“ Der Rockstar soll sich die Achillessehne gerissen haben, absolvierte seine Auftritte (passt in diesem Kontext eher nicht) in New York im Sitzen, Respekt! Aber die waren auch restlos ausverkauft...

Drei Wege gibt es jetzt, um Hannovers Kulturbetriebe zu unterstützen: Kauft Karten, kauft Karten, kauft Karten!!! Die Winterjacke aus dem letzten Jahr muss noch nicht ersetzt werden, Eure alten Sneaker tun es auch noch. Investiert lieber in die Kultur! Lasst Euch unterhalten, verzaubern, begeistern! „Genieß dein Leben ständig, du bist länger tot als lebendig.“ Dass ich an dieser Stelle mal aus dem Sido-Song „Fühl dich frei“ zitieren würde, hätte ich auch nie gedacht. Spannt Eure Rettungsschirme auf und helft mit, dass hier nichts den Bach runtergeht, was nur schwer andernorts wieder auftauchen würde. Ja, die Zeiten sind unruhig, keine Frage. Die nächste Gasrechnung kommt bestimmt, das nächste Leben aber nicht. Jetzt gilt's, damit der Funkstille am Vorverkaufstelefon nicht bald die Totenstille im Kulturbetrieb folgt. Investiert in die Kultur, wir tun es auch! 16 Seiten Heftumfang mehr bedeuten für uns zusätzliche Druckkosten von 2.000 Euro. Die Schriftgröße reduzieren sollen andere, man muss den Terminkalender, das Wichtigste an einem Stadtmagazin, ja auch ohne Lupe lesen können.

Jens Bielke, Redaktion

Viel Spaß beim digitalen Schmökern! Wer weiterhin auf Print schwört, findet die magaScene aktuell an knapp 550 Auslegestellen im Stadtgebiet Hannovers. Falls sie an einigen Orten bereits vergriffen ist: Exemplare liegen immer bei uns im Treppenhaus in der Langen Laube 22/ Ecke Hausmannstraße.

Ausblick: Unsere September-Ausgabe erscheint am 27. September.

September-Ausgabe der magaScene
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