Am Freitag, 27. Januar geht die Februar-Ausgabe der magaScene in die Verteilung!
Und das erwartet Euch im Heft:

Das Leibniz Theater sitzt in der Kommandanturstraße 7. Mit dem Wissen von heute wirkt die Adresse fast schon als „sich selbst erfüllende Prophezeiung“. Waren hier finstere Mächte in geheimer Kommandosache am Werk? Ein Bericht der taz vom 18.12. legt nahe, dass sich seit geraumer Zeit in einem Hinterzimmer des Theaters immer wieder führende Köpfe und Sympathisanten der Reichsbürgerbewegung getroffen haben. Theaterleiter Joachim Hieke streitet das nach Recherchen der lokalen HAZ auch gar nicht ab. Und verschickt an Heiligabend über seinen Mailverteiler auch an uns eine ebenso denk- wie fragwürdige „Klarstellung“. Tenor: Er als Freigeist mit Farbwissen sei Opfer einer medial befeuerten Hetzkampagne. Klar. Wer beim heimlichen Onanieren erwischt wird, schiebt auch immer alles auf die böse linke Hand. Mittlerweile haben sich viele Künstler, die bisher im Leibniz Theater gerne und regelmäßig auftraten, von ihm abgewandt und sich andere Auftrittsorte gesucht. Falls Ihr Karten für dort demnächst stattfindende Veranstaltungen habt, informiert Euch bitte, ob und wo sie stattfinden. Auf der Homepage des Theaters wurden Änderungen bis zum 25.1. nicht kommuniziert. Eine Anfrage zum generellen Stattfinden des Februar-Programms blieb unbeantwortet. Merke: Wer sein Theater nach einem Universalgenie benennt, hat die Weisheit nicht unbedingt mit Löffeln gefressen. Vielleicht denkt Joachim Hieke ja auch schon über einen Ortswechsel nach. Im Ihme-Zentrum ist bestimmt noch ein Kultur-Bunker frei. Und dann würde auch die Adresse wieder stimmen: Spinnereistraße 1.

Apropos. Ein bisschen spinnert war die Idee schon, als Jens Klostermann 2016 beschloss, am Engelbosteler Damm die damalige runtergerockte „Große Welt“ zu übernehmen. Seit sieben Jahren bietet die SubKultur Musikfans jenseits des Massengeschmacks eine Heimat. Rock’n’Roller und Psychobillys, Metal Heads und Goths, Waver und Punks tummeln sich hier auf ihren Konzerten und Partys, stets friedlich, fröhlich, feiernd. „Love Music Hate Racism“ ist hier das Motto. Nachdem wir für die Januar-Ausgabe Friederike Ankele, die neue Leiterin des Kulturbüros der Landeshauptstadt Hannovers, zur Kulturstadt Hannover befragt hatten, wollten wir in dieser Ausgabe jemandem aus der Szene Raum für seine Gedanken geben. Wer Jens Klostermann nur vom Sehen kennt, könnte versucht sein, ihn in eine Schublade zu stecken: voll tätowiert, voll doof. Er kennt diese Vorurteile. Wer auffällt, wird schnell ausgegrenzt. Wer nicht der Norm entspricht, oft gemieden. Mit fast 50 Jahren ficht ihn das nicht mehr groß an. „Tätowierte sind nicht immer Nazis, Verbrecher oder Seefahrer“, sagt er in unserem großen Monatsinterview ab Seite 6. In seinem Laden ist er der sympathische Cheffe, mit einer Sub-Familie im Rücken, die ihn und sein Team durch die schwere Coronakrise getragen hat. „So wie mein Leben gelaufen ist, wünsche ich mir, dass der Laden so lange besteht, wie ich ihn für meinen Lebensunterhalt brauche.“ So bodenständig und ehrlich kann man auch Kultur machen…

Viel Spaß beim digitalen Schmökern!

Ausblick: Die März-Ausgabe der magaScene erscheint am 24. Februar.

Februar-Ausgabe der magaScene
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Hannover Geht Aus! Winter 2022
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